ZWISCHENWELTEN

...eine Ausstellung der Künstlerin

ULLI DOROTHEE JENTSCH


31.JULI - 11.SEPTEMBER

ESCHWEGER KULTUR BIERGARTEN

Vita


Ulli Dorothee Jentsch,

geboren an einem Karfreitag
mitten im „Ländle“ (Esslingen am Neckar),
gab es für sie laut eigener Aussage
eigentlich nur zwei Optionen:
großes Leiden oder großes Freuen.
Sie entschied sich
umgehend für Letzteres

und legte damit den Grundstein
für einen recht abenteuerlichen Lebensweg.


Weil man selten ad hoc
von Kunst und Freude leben kann,

lernte sie erst mal was „Solides“ und
wurde Lehrerin für katholische Religion,
Kunst und deutsche Sprache.

Bis nach dem 2. Staatsexamen ging das gut.
Hernach allerdings wurde es schwierig
und endete abrupt mit Vereinsaustritt.


Nach kurzzeitiger Verzweiflung
entdeckte sie einen neuen Tummelplatz.
'Wer gelernt hat, Religion zu verkaufen,
kann alles verkaufen' -
immerhin ist der Vatikan
die größte Marketingfirma der Welt -
und so sattelte sie um auf Mediendesign.
Über Entwurf, Layout, Schriftsatz,
Grafik und Bildbearbeitung
entdeckte sie ihre große Liebe zu
Formen, Farben und Buchstaben.


Nach zehn Jahren Engagement
als Mediendesignerin machte sie
sich als schreibende Bildermacherin
selbstständig und riskierte damit
fast ihr Leben.
(So kann's gehen,
wenn Mensch Weg des Herzens geht.)
Hungertuch macht wenig Freude,
doch zum Glück gab es ja noch
das Solide von ehedem.
Und sowieso ganz viele Migranten
im Land, die sehr gerne
die deutsche Sprache und Kultur
kennenlernen möchten.


Seit 15 Jahren lernt sie nun schon
mehr Menschen und Länder kennen,
als sie sich jemals hätte träumen lassen,
zunächst in Berlin („Icke liebe Berlin!“),
seit 2016 in Eschwege
(„Ja,ja – Eschwege liebe ich auch!“).


Ihr größter Traum ist es,
ihre Bilder- und Stabenwelten
als Gesamtwerk zu verbinden,

gewürzt mit Hie-und-da-Performance.
Aber dazu, das weiß sie ganz genau,
muss sie erst noch älter werden.
Nach Jahren emsigen Schaffens
wird diese besondere Frucht
irgendwann von ganz allein
vom Bäumchen des Lebens fallen.
Als Schriftsetzerin kennt sie Geduld.


Zum künstlerischen Werk:


Da Ulli D. Jentsch
nicht auf klassischem Weg zur Kunst kam,
kann sie es sich leisten,
all das unbefangen auszuprobieren,
was sie lockt und reizt.
Digitale Kunst mag sie ganz besonders,
weil diese ihr ermöglicht,
auch ohne großen Aufwand
besondereTraumbilder zu gestalten.
Bilder, die sie so nie malen könnte.


Gemaltes und Papiercollagen
fertigt sie ebenfalls.

Achja, überhaupt Papier -
ob als Skulpturen, Lampenschirme
oder Scherenschnitte -
dieses Material ist und bleibt ihr
ein ganz besonderes Vergnügen.
Weshalb es irgendwann einmal
einen eigenen Ausstellungsplatz
verdienen wird.


Ulli Jentsch zu ihrer aktuellen Ausstellung
„Zwischenwelten“
im Eschweger KulturBierGarten:


Eigentlich hätte ich die Präsentation
gerne 'Gold – Rot – Schwarz' genannt,
passend zu dem wundervollen Ambiente,
das Mac und Sandy hier gezaubert haben.

Da ich aber auch Bilder
in anderen Farben zeigen möchte ;),

fiel die Entscheidung anders aus.


„Zwischenwelten“ ist,
so denke ich, ein sehr passender Name
für die Bilderauswahl,
die ich allen geneigten
Betrachtern und Betrachterinnen
in diesen wunderschönen Räumen
zeigen darf.
Und ich möchte diesen Titel
darum bitte nicht weiter erklären.
Stattdessen freue ich mich
auf spontane Rückmeldungen,
die mir vermutlich mehr
über meine Bilder erklären werden,
als ich je zu ihnen sagen könnte.
Natürlich hat jedes Werk
eine ganz eigene Geschichte,
zu der man mich gerne befragen kann.


Bei den ausgestellten Bildern
handelt es sich um Foto-Kompositionen.
Die Aufnahmen, aus denen sie entstanden,
sind nicht zwingend 'Normalfotos'.
Zuweilen gefiel mir eine alte Scherbe
in einem Museum, manchmal ein Ausschnitt
aus einer besonderen Materialaufnahme
(alten Putz mag ich z. B. wirklich sehr),
dann wieder ein kleiner Spiegeleffekt.
Aus vielen solcher Teilchen,
nicht selten eigentlich verwackelt,
setze ich dann ein Bild zusammen.
Und bin immer wieder selbst überrascht,
welche Eigendynamik dieses entwickelt.


Jedes meiner Bilder träumt
eine eigene Geschichte, jedes ist Teil
einer übergeordneten Geschichte.
Diese Zyklen umfassen zumeist
drei bis fünf Werke, welche sich,
je nach dem wie sie angeordnet werden,
immer wieder neu deuten und erzählen lassen.


In „Zwischenwelten“ verzichte ich
auf die Präsentation
meiner zugehörigen Geschichten
und lasse die Bilder lieber
für sich selbst sprechen.
Wir leben hier im Frau-Holle-Land,
und ich vertraue darauf,
dass diese Tatsache an niemandem,
der sich berühren lassen mag,
vorbeigehen kann.

Frau Holle sensibilisiert die ihren.


In diesem Sinne wünsche ich
allen Betrachtern und Betrachterinnen
von ganzem Herzen
ganz eigenes Betrachtungsvergnügen.
Möge Frau Holle (Hulda, Freya, ...)
und ihr Gefolge mit uns allen sein!